Datentransparenz 2.0
Montag, 28.11.2011Kaum jemand kann sich heute vor dem Social Web retten. Jeder will die Vorteile der unbegrenzten Kommunikation nutzen. Viele, gerade junge Menschen sind von den Möglichkeiten der Selbstinszenierung in den Sozialen Netzwerken geradezu geblendet. Langsam kommt aber die Ernüchterung. Viele sehen allmählich die Schattenseite der privaten Gläsernheit. Ein im Netz kursierendes Video bringt es gut auf den Punkt.
Für viele Nutzer wird es immer interessanter zu erfahren, was das Internet über einen weiß. So schlug der Fall von Max Schrems Wellen in den Medien, als dieser versucht hat, alle Daten zu erhalten, die Facebook über ihn gespeichert hat. Immer mehr Nutzer sind skeptisch gegenüber den großen Unternehmen, die massenweise Informationen über sie sammeln und speichern. Wer weiß, wofür man sie eines Tages benutzen kann, wenn sie miteinander verknüpft werden?
Bis zur Datenautonomie ist es bestimmt noch ein weiter Weg. Aber es gibt jetzt schon Möglichkeiten herauszufinden, was andere über einen selbst im Internet finden können. Wir führen das gerne an den zwei großen Dienstleistern Google und Facebook vor.
Einige Zeit nach dem Start von Google+ bietet Facebook eine Funktion an, mit der man das eigene Profil aus der Sicht eines anderen Freundes betrachten kann. Außerdem kann man ein Datenpaket über sich selbst anfordern, in dem alle geposteten Statusupdates, Bilder, Videos und Chatmeldungen enthalten sind. Der Weg zu diesem Download ist, wie immer bei Facebook üblich, ein wenig verwinkelt.
Nach einem Klick in die Kontoeinstellungen (der Menüpunkt öffnet sich nach einem Klick auf den weißen Pfeil in der blauen Leiste oben rechts) landet man in der Subkategorie Allgemein. Dort findet sich unten links ein kleiner unscheinbarer Link, mit dem man zum Download der eigenen Daten gelangen kann.

Auf der nun geöffneten Seite kann man dann den Datendownload anfordern. Die Anforderung wird mit der Meldung quittiert, der Download werde zusammengestellt und man werde per E-Mail über die Fertigstellung informiert. Wir haben die E-Mail nicht abgewartet und nach etwa 30 Minuten die Seite noch einmal aufgesucht. Nach Eingabe des Passwortes konnte man die Daten dann als ZIP-Paket herunterladen.
Im Prinzip handelt es sich hierbei mehr oder weniger um eine Offline-Version des Facebook-Profils. Man sieht die eigene Profilseite – vom Layout etwas transparenter als die Facebook Standardansicht – und kann links zwischen den einzelnen Funktionen wechseln.

Auf der Pinnwand sieht man seine bisherigen Posts inklusive der Kommentare. Die Fotos beinhalten eine einfache Ansicht der eigenen Bilder bei Facebook, ebenso kann man den gesamten Verlauf der Kommunikation mit seinen Freunden sehen. Unter Freunde findet sich tatsächlich eine einfache Liste mit den Namen der Freunde, ohne weitere Informationen zu den Freunden und ohne Links zu deren Facebook-Profil.
Alles in Allem bietet dieser Dienst keinen wirklichen Mehrwert; man sieht nichts, was nicht schon auf der normalen Seite zu sehen ist. Die Informationen sind noch nicht einmal in anderer Form aufbereitet.
Google+ bietet schon in der Betaphase eine Möglichkeit, sein Profil aus Sicht eines andern zu betrachten, nicht nur aus Sicht von Freunden sondern zum Beispiel auch aus Sicht der Öffentlichkeit.
Takeout

Auch eine einfache Downloadmöglichkeit der eigenen Profildaten bietet Google mit dem Dienst Google Takeout an. Dort kann man seine Daten direkt herunterladen. Auch hier kommen die Daten als ZIP-Paket, allerdings sind die Daten ganz anders aufbereitet. Man bekommt alle seine Circles in vcf-Dateien, genauso wie alle Gruppen aus der Kontaktverwaltung von Google Mail. Somit ist es wesentlich einfacher diese Daten ggf. in andere Anwendungen zu portieren – sprich, wenn man eines Tages komplett von Google zu einem anderen Anbieter oder System wechseln möchte.
Alle Posts im Stream sind als separate HTML-Dateien samt zugehörigen Bildern und Kommentaren verfügbar. Falls man einen Beitrag samt Diskussionsverlauf jemandem schicken möchte, der nicht bei Google+ ist.
Dashboard
Wer noch mehr darüber erfahren will, was das Suchunternehmen über ihn gespeichert hat, dem ist mit dem Dashboard gut gehofen. Dieses erreicht man über den Punkt Profil und Datenschutz in seinen Kontoeinstellungen von Google. Dort ist ganz unten die Schaltfläche In Dashboard anmelden zu finden. Schneller geht es über den direkten Pfad dahin, der wie bei Google üblich aufgebaut ist:
https://www.google.com/dashboard/
Nach Eingabe des eigenen Passworts findet man eine wahre Fundgrube an Daten vor. Sämtliche Dienste des Suchriesen und die dort entsprechend gespeicherten Daten sind aufgelistet. So sieht man nicht nur, was die Google Suchmaschine über einen gelistet hat, sondern auch die Zugriffe vom Android Gerät, Konten bei Analytics und AdSense, Google Mail, Kalender, Reader, Text & Tabellen, Picasa und noch einige. Höchst interessant ist auch der Punkt Soziale Verbindungen und Inhalte. Da merkt Google doch tatsächlich, mit wem jemand – auch über dritte Dienste wie z.B. Twitter – verbunden ist und listet das fein säuberlich auf.
Nun, da Sie erfahren haben, was das Internet so alles über Sie gespeichert hat, wollen Sie bestimmt wissen, wie es um Ihr Hotel steht. Kontaktieren Sie uns, wir bieten Ihnen gern einen Webcheck bzw. einen Webstatus an.

Daniel Giffhorn


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