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Foursquare vs. Friendticker – all business is local

Montag, 08.03.2010

Eine der (mobilen) Applikationen, auf die wir 2010 einen besonderes Augenmerk legen sollten, ist das deutsche Startup Friendticker. Dieser Web 2.0 -Dienst ist als Antwort auf den in Amerika bereits etablierten Service Foursquare zu verstehen und geht nach einer weiteren Finanzierungsrunde noch im März 2010 an den Start. Dabei handelt es sich in etwa um ein “Mashup” aus Twitter und einem Location Based Service.



Foursquare



Über sogenannte Check-Ins können Nutzer mitteilen, wo Sie sich gerade befinden. Dabei wird neben einer kurzen Nachricht die Position des Nutzers mit übermittelt. Für die Positionsbestimmung wird neben dem aktuell genutzten Funknetzknoten auch das häufig in mobilen Geräten eingebaute GPS-Modul (Global Positioning Service) benutzt.


Loggt man sich als User nun auf der Plattform Foursquare ein, so erhält man eine Übersicht über die aktuelle Umgebung mit den dort befindlichen Restaurants, Sehenswürdigkeiten und sonstigen interessanten Lokalitäten. Besonders interessant wird es, wenn man den Content zu einer angelegten Lokalität betrachtet. Hier kann man sich anzeigen lassen, was andere User bereits über diesen Ort geschrieben haben und was ihre Meinungen bzw. Empfehlungen sind. Beispielsweise könnten hier Einträge zu finden sein, die ein spezielles Gericht, einen besonders leckeren Cocktail oder eine Dienstleistung empfehlen.


Die User werden mit Auszeichnungen für ihr Engagement belohnt. Checkt man sich beispielsweise an einem Abend in 4 unterschiedlichen Locations ein, so erhält man die Auszeichnung „Crunked“. Amerikanische Gastronomen haben diese „Spielerei“ bereits für sich entdeckt und nutzen diesen Dienst als wirkungsvollen Publikumsmagneten. Besonders aktive User einer Location werden als sogenannte „Majors“ bezeichnet. Diese werden z.B. von Restaurant-Ketten umworben und mit vergünstigten Getränken oder Geschenken versorgt.


Der neue Dienst verknüpft auf bemerkenswerte Weise die digitale Welt mit Inhalten der realen Umgebung. Foursquare – und sicher auch bald Friendticker – ermöglichen somit einen regen Informationsaustausch in Abhängigkeit vom Aufenthaltsort. Die werblichen Refinanzierungsmöglichkeiten dieser Dienste scheinen unbegrenzt. Checkt sich ein User beispielsweise an einem Tag nacheinander bei drei markanten Sehenswürdigkeiten einer Stadt ein, so handelt es sich bei diesem möglicherweise um einen Touristen, der sich über eine Empfehlung für ein Last-Minute-Ticket des lokalen Theaters freuen würde.


Zentrales Element ist also das “Check in”, welches auch für andere Social Media Plattformen von Interesse ist. Foursquare – Gründer Dennis Crowley dazu im FAZ Interview:


Ich bin sicher, dass Facebook an einer Check-in-Funktion arbeitet. Oder schauen Sie sich Twitter an. Twitter arbeitet an einem Geo-System, dass jeder Tweet wie ein Check-in funktioniert. Yelp hat ebenfalls eine Check-in-Funktion eingebaut. Die Check-in-Funktion wird Grundbestandteil aller sozialen, ortsbezogenen Dienste.


Das die Nachfrage nach Web 2.0 -basierten Plattformen mit lokalem Bezug groß ist, zeigen die Zahlen von Foursquare. Die Zahl der aktiven Nutzer liegt laut Crowley zwar noch unter einer halben Million, steige aber monatlich um 60 bis 70 Prozent. Die Nutzung des Foursquare Dienstes steige sogar monatlich um satte 100 Prozent.


Inwieweit sich Friendticker als Weiterentwicklung des amerikanischen Erfolgsmodells versteht oder welche konkreten Inhalte diese Anwendung hat, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Wir sind gespannt, wie sich der Wettstreit um den deutschen Markt der lokalen Check-In-Systeme entwickeln wird.