Über die Macht des Einzelnen im Social Web
Mittwoch, 29.07.2009Das hatte sich David Carroll wohl anders vorgestellt. Machtlos musste der Musiker mitansehen, wie seine Gitarre beim Verladen in das Flugzeug, in dem er saß, zerstört wurde. Die Fluglinie ignorierte alle Beschwerden – bis der Kanadier einen Song über seinen Frust auf YouTube veröffentlichte…
Das Video zur musikalischen Abrechnung mit United Airlines wurde – Stand Ende Juli 2009 – auf dem Videoportal YouTube über 4,3 (!) Millionen Mal angeklickt. Mehr als 26.000 Zuschauer gaben Kommentare zu dem Video ab und diskutierten vergleichsweise einseitig über ihren Airline-Ärger.
Ein PR-Gau für United.
US-Medien griffen das Thema auf, Fernsehsender zeigten Ausschnitte aus dem Video und Carroll fand sich sogar in der Talkshow von Oprah Winfrey wieder. Laut Medienberichten musste United Airlines sogar am Aktienmarkt Einbußen wegen des Vorfalls hinnehmen.
United Airlines hat teures Lehrgeld im Web 2.0 – Universum bezahlt, indem jeder Einzelne ungeheuer große schwarze PR-Löcher generieren kann – alles verschlingend, was in aufwändig geschalteten klassischen Medienkampagnen an Imagewerten mühsam erkauft wurde.
Eigentlich unnötig noch zu erwähnen, das Dave Carroll mit seinem Frust-Song aktuell auf Platz 7 der Amazon Verkaufcharts Country steht…

Maik Bohne


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