Im ersten Teil haben wir gezeigt, wie Googles neue KI-Suche die Spielregeln für Hotels und Destinationen grundlegend neu schreibt: autonome Suchagenten, agentenbasierte Buchungen und eine Datenbasis, die über Sichtbarkeit oder Unsichtbarkeit entscheidet.
Jetzt geht es um die andere Seite dieser Entwicklung – die Chancen, die sich daraus ergeben, und die Frage, was Sie konkret tun sollten.
1) Was das für Ihr Content-Marketing bedeutet
Ein zentrales Problem für klassisches Destinationsmarketing: Der Traffic auf informationsorientierte Inhalte wird deutlich sinken.
Fragen wie „Was muss ich beim Check-in beachten?“, „Wie ist das Wetter auf Rügen im September?“ oder „Welche Restaurants gibt es nahe Schloss Neuschwanstein?“ beantwortet die KI-Suche zunehmend direkt im Suchergebnis und ohne Klick auf Ihre Website.
Das bedeutet nicht das Ende von Content-Marketing, aber das Ende einer bestimmten Art von Content-Strategie: rein informationsorientierte Texte, die auf Standardfragen zielen, werden an Bedeutung verlieren.
Stattdessen rücken Inhalte in den Vordergrund, die:
sind und einen Mehrwert bieten, den KI nicht einfach reproduzieren kann. Dazu gehören etwa kuratierte Insider-Tipps, persönliche Empfehlungen Ihres Teams, echte Geschichten von Gästen und Gastgebern oder ungewöhnliche Routen und Themenwelten, die Ihre Destination unverwechselbar machen.
Die gute Nachricht: Genau hier entsteht eine Chance. KI-Systeme sind auf externe, glaubwürdige Quellen angewiesen, um Antworten zu belegen und „Mehr dazu“-Links anzubieten. Wer autoritative, spezifische und gut strukturierte Inhalte liefert, hat gute Aussichten, als Quelle zitiert zu werden und damit in KI-Antworten sichtbar zu bleiben, auch wenn der klassische Traffic zurückgeht.
Wichtig zu merken
Der Fokus verschiebt sich: weg vom Traffic-Ziel („Wie viele Besucher bringt dieser Artikel?“) hin zum Autoritätsziel („Wird diese Seite von KI-Systemen als verlässliche Referenz anerkannt?“).
2) Neue Werbeformate: Konkrete Chancen für Reise & Hospitality
Neben den organischen Veränderungen bringt Google neue Werbeformate, die speziell für die Reisebranche spannend sind.
Mit „Direct Offers“ können Reisepartner Sonderangebote direkt in die laufende KI-Reiseplanung eines Nutzers integrieren. Während die KI passende Hotels und Angebote zusammenstellt, können ausgewählte Deals prominent eingeblendet werden und das, inklusive Preis, Verfügbarkeit und Buchungslink.
Zunächst profitieren vor allem OTAs, deren technische Infrastruktur perfekt auf solche Schnittstellen vorbereitet ist. Für Hotels mit klarer Direktbuchungsstrategie bedeutet das aber auch: Mittelfristig wächst der Druck, eigene Angebote technisch so aufzubereiten, dass sie in ähnlichen Formaten ausgespielt werden können.
Noch interessanter für Destinationsmarketing sind die „Highlighted Answers“. Immer dann, wenn der KI-Modus Empfehlungslisten generiert, wie etwa „die schönsten Boutique-Hotels an der Ostseeküste“ oder „Top-Ausflugsziele rund um München“, können in diesen Antwortboxen künftig auch Anzeigen erscheinen, die sich nahtlos in die Empfehlungskontexte einfügen.
Der Unterschied zu klassischen Anzeigenformaten: Google gewichtet hier nicht nur das Budget, sondern stark die Relevanz und Empfehlungsqualität. Bewertungen, Testberichte und andere Nutzersignale fließen direkt in die Bewertung ein, welches Angebot als „High Quality Answer“ in Frage kommt.
Wer ein starkes Bewertungsprofil und ein professionelles Reputationsmanagement hat, verschafft sich damit einen echten Vorteil – gerade gegenüber Betrieben mit höheren Budgets, aber schwächerer Reputation.
Bereiten Sie sich darauf vor, dass Bewertungsqualität künftig nicht nur Ihre organische Sichtbarkeit beeinflusst, sondern auch Ihre Chancen auf prominente Werbeplätze in der KI-Suche. Ein gutes Bewertungsprofil wird zu einem Mediaparameter.
3) Was kommt als Nächstes?
Die Gewinner dieser Transformation sind nicht automatisch die größten Marken oder die mit den höchsten Werbebudgets. Es sind die, die jetzt strukturiert handeln.
3.1) Datenbasis prüfen und ausbauen
Ohne hochwertige, maschinenlesbare Daten werden Sie für KI-Agenten unsichtbar – unabhängig davon, wie gut Ihr Storytelling ist.
Prüfen Sie daher:
Sind Preise, Verfügbarkeiten, Ausstattungsmerkmale, Lageinformationen und lokale Highlights strukturiert und aktuell hinterlegt? Sind Sie über ein Buchungssystem mit Schnittstellen angebunden, das Daten in Echtzeit ausspielen kann, oder existiert Ihr Angebot für Google nur als hübsche, aber statische Website?
Wo nötig sollten Sie:
3.2) Content-Strategie neu ausrichten
Stellen Sie Ihre Inhalte vom „FAQ-Betrieb“ auf unverwechselbare Erlebniswelten um. Entscheidend ist dabei die Frage:
“Was können nur wir erzählen und keine generische KI?”
Das können zum Beispiel sein:
„3 perfekte Tage in unserer Destination“
z. B. regionale Produzenten, Partnerbetriebe, lokale Stories
„Adults Only“, „Familienurlaub ohne Auto“, „Digital Detox“ etc.
Je klarer und spezifischer Ihre Inhalte positioniert sind, desto eher werden sie von KI-Systemen als relevante Referenz herangezogen.
3.3) Bewertungsmanagement professionalisieren
Bewertungen werden zum harten Währungssystem der neuen Suche: Sie beeinflussen, ob Ihr Hotel oder Ihre Destination als Empfehlung auftaucht, egal ob, organisch oder bezahlt.
Dazu gehört:
So schaffen Sie die Grundlage, um in Formaten wie „Highlighted Answers“ überhaupt als hochwertiger Anbieter in Frage zu kommen.
3.4) Neue Werbeformate früh testen
Die neuen KI-Werbeformate werden typischerweise zuerst in englischsprachigen Märkten eingeführt und dort in Pilotphasen getestet. Wer sich frühzeitig einarbeitet, profitiert von:
Sobald Formate wie Direct Offers und Highlighted Answers im DACH-Raum ausgerollt werden, sollten Hotels und Destinationen vorbereitet sein und dies, mit klar definierten Angeboten, guten Daten und einer geschärften Positionierung.
Fazit: Kein Grund zur Panik, aber höchste Zeit zum Handeln
Die Ära der zehn blauen Links geht zu Ende. „Google Search as you know it is over“, schrieb TechCrunch nach der Google I/O und und diese Einschätzung ist nicht übertrieben.
Was sich verändert, ist der Weg, auf dem Gäste Hotels und Destinationen finden. Was bleibt, sind die klassischen Erfolgsfaktoren: authentische Erlebnisse, persönliche Empfehlungen und Vertrauen in die Marke.
Wer diese Elemente:
wird auch in der neuen KI-Suchwelt sichtbar bleiben. Wer die Veränderungen ignoriert, läuft Gefahr, für KI-Agenten schlicht nicht zu existieren.
← Zurück zu Teil 1
Wir begleiten Hotels und Destinationen dabei, sich für diese neue Suchrealität aufzustellen – von der Analyse des Status quo bis zur Umsetzung von Daten-, Content- und Kampagnenstrategien.
Sie möchten Ihre Destinationsmarketing- und Hotelstrategie gezielt auf die KI-Suche von Google ausrichten und neue Formate wie Direct Offers und Highlighted Answers für sich nutzen? Dann sprechen Sie mit uns – unser Team von creazwo unterstützt Sie dabei – kontaktieren Sie uns oder rufen Sie direkt an: 0541 40464‑0.